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   Klassiker-Backtest: DAX 20d Hi TF1

24.3.2005

 


Ein typischer Beispiel-Chart mit zwei Einstiegen und einem Ausstieg. Blau gekennzeichnet der nachgezogene Stop.

Nie einen Trend verpassen..

Die Turtles als die Klassiker der Systemtraderszene haben sie getradet, so mancher Market Wizard hat offenbar seine Millionen auf Ihnen aufgebaut: Breakouts.

Der Ansatz ist einer der einfachsten. Macht der Markt neue Hochs, wird eingestiegen. Kein Wenn, kein Aber.

Als Exit kommt üblicherweise ein Trailing Stop zum Einsatz, gern wird dieser dynamisch in Tages-Ranges (ATRs) ausgedrückt.

Im Commodity-Bereich, generell in allen stark trendenden Märkten ein Ansatz, der durchaus erfolgversprechend ist - wenn sich ein starker, anhaltender Trend ausbildet, ist man mit Sicherheit dabei.
Funktioniert das auch mit kürzer- bis mittelfristigen Ausbrüchen in Aktien des DAX?

Unsere erste Fallstudie soll es zeigen.
 




Die Rahmenbedingungen des Tests

Zeitrahmen: März 1999 bis März 2005
Balkenlänge: 1 Tag
Aktien: Aktuelle (März 2005) Mitglieder des DAX30
Money Management: 3.3% Kapital pro Position
Gebühren: KEINE
 

Entry-Signal
Kauf per Stop-Buy am 20 Tage Hoch.
Keine Filter

Exit-Signal
Trailing Stop mit 3.5 ATR vom höchsten Hoch seit Beginn der Position.
Kein Profitziel. Kein absoluter Stop.

Da es eher um einen “Proof of concept” als ein konkret handelbares System geht, wurden ausnahmsweise keine Gebühren berücksichtigt!

Ergebnisse

Wie der Verlauf der Kapitalkurve schon auf den ersten Blick offenbart: Hier ist leider kein Blumentopf zu gewinnen. Offenbar neigen die Aktien im DAX dazu, keine langen Trends auszubilden - zumindest keine, in denen man mit einem Trailing-Stop, so wie er hier verwendet wurde, in der Position bleiben kann ohne zwischenzeitlich ‘herausgeschüttelt’ zu werden. Ein Positivum ist immerhin zu vermerken: In der starken Abwärtsbewegung von 2001 und 2002 gelingt es dem System,  Drawdown und Volatilität zu begrenzen. T

Die geringe Trefferquote (siehe unterste Grafik, ‘Winning %’) unterstreicht das Hauptproblem. Wenn ein Trade nämlich in den Gewinn läuft, dann ist dieser Gewinn mit über 9% durchaus ganz passabel - man sieht aber ebenfalls, dass solche Gewinne nur den wirklich lang gehaltenen Positionen vergönnt sind. Im Schnitt wurden Gewinnerpositionen mit 45 Tagen deutlich länger als die Verlierer mit nur 19 Tagen gehalten.

Ein recht deutliches Resümee. Was hier nicht dokumentiert ist: Bei weiteren Versuchen mit engerem oder weiterem Trailing-Stop war keinerlei signifikante Verbesserung der Performance zu erreichen.

Fazit:

Wer trendfolgend agieren will - zumindest auf Zeithorizonte von einigen Wochen - sollte das nicht in diesem Markt und/oder zumindest nicht mit den hier verwendeten Methoden tun.

 

 

 

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